Infrarotheizung (E-Heizung)

Wichtig vorab: Im Internet wird Infrarot oft als „Wunder-Lösung“ beworben. Wir betrachten diese Technik ehrlich und rein physikalisch. Keine Märchen, sondern handfeste Vor- und Nachteile aus der Praxis – damit Sie am Ende keine böse Überraschung auf der Stromrechnung erleben.

Es ist eine klassische Elektro-Direktheizung in Form von flachen Wand- oder Deckenpaneelen. Der Unterschied: Sie heizt nicht primär die Luft auf, sondern sendet (ähnlich wie die Sonne) Infrarot-C-Strahlen aus, die direkt die festen Körper im Raum – also Wände, Möbel und Ihre Haut – erwärmen.

Hier trickst das Marketing oft. Ja, Infrarotheizungen wandeln den Strom zu fast 100 % in Wärme um (Verhältnis 1:1). Eine Wärmepumpe macht aber aus 1 Teil Strom durch Umweltenergie 3 bis 4 Teile Wärme (Verhältnis 1:4). Eine Wärmepumpe ist also physikalisch 300 bis 400 % effizienter als eine Infrarotheizung.

Wenn Sie ein ungedämmtes Altbau-Haus komplett mit Infrarot heizen, wird die Stromrechnung explodieren. Da Sie mit teurem 1:1 Haushaltsstrom heizen, sind die reinen Betriebskosten (pro Kilowattstunde Wärme) drastisch höher als bei Gas, Öl oder einer Wärmepumpe.

Als Nischenlösung ist Infrarot genial! Im selten genutzten Gäste-Bad, im Hobbyraum im Keller oder über dem Wickeltisch. Überall dort, wo man nur kurzfristig schnelle, punktuelle Wärme braucht und das Verlegen von Wasserrohren (Heizkörper) völlig unwirtschaftlich wäre.

Weil es Strahlungswärme ist, genau wie beim Kachelofen oder der Sonne. Die Strahlen treffen auf Ihre Haut und wärmen Sie direkt, ohne erst die Luft im ganzen Raum umwälzen und aufheizen zu müssen. Das wird von vielen Menschen als sehr behaglich empfunden.

Das ist der sogenannte „Lagerfeuer-Effekt“. Da die Luft im Raum kühler bleibt, wird Ihnen schnell kalt, sobald Sie den direkten Abstrahlbereich des Paneels verlassen oder wenn ein Möbelstück die Strahlung blockiert.

Ja, das ist der größte Pluspunkt. Die Investitionskosten sind extrem niedrig. Sie brauchen keinen Schornstein, keine Rohre, keinen Heizungskeller und keine Handwerker. Oft reicht es, das Paneel an die Wand zu dübeln und den Stecker in die Steckdose zu stecken.

Die Idee klingt verlockend („Ich heize mit meinem eigenen Sonnenstrom“), hat aber einen Haken: Im tiefsten Winter, wenn der Wärmebedarf am größten ist, liefert die PV-Anlage den wenigsten Strom. Sie müssen den Strom für die Infrarotheizung dann teuer aus dem Netz einkaufen.

Absolut. Es gibt keinen Kessel, kein Wasser, das auslaufen kann, keine mechanischen Verschleißteile, keinen Schornsteinfeger und keine jährliche Wartung durch den Heizungsbauer. Einmal montiert, läuft das System quasi wartungsfrei.

Tatsächlich ja. Da Infrarot feste Körper aufheizt, werden die Wände wärmer als die Raumluft. Dadurch kann sich keine Feuchtigkeit aus der Luft an der Wand niederschlagen (kondensieren). Trockene, warme Wände entziehen dem Schimmel die Lebensgrundlage.

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist bei reinen Strom-Direktheizungen als Hauptheizung sehr streng, da sie im großen Stil viel Primärenergie verbrauchen. Als Zusatzheizung (z.B. im Bad) oder in extrem gut gedämmten „Passivhäusern“ (mit fast null Heizbedarf) ist es jedoch oft zulässig.

Ja, sogar sehr gut. Normale Heizkörper wälzen die Luft massiv um (Konvektion) und wirbeln dabei ständig Hausstaub auf. Infrarotstrahler erwärmen Objekte, die Luft zirkuliert kaum – die Raumluft bleibt ruhig und staubfrei.

Die Infrarotstrahlung muss freie Bahn haben. Montiert man sie hinter dem Sofa, wird nur das Sofa heiß. Am besten ist oft eine Deckenmontage (strahlt von oben ab wie die Sonne) oder an einer freien Wand ohne Möbel davor.

Die Reaktionszeit ist extrem kurz. Wenn Sie das Gerät einschalten, spüren Sie die Strahlung auf der Haut innerhalb weniger Minuten. Bis jedoch der komplette Raum (Wände und Möbel) aufgeladen ist und abstrahlt, kann es etwas dauern.

Nein. Es handelt sich um langwellige Infrarot-C-Strahlung. Das ist exakt die gleiche, natürliche und harmlose Wärmestrahlung, die ein Kachelofen oder die Sonne aussendet. Mit schädlicher UV-Strahlung oder Elektrosmog hat das nichts zu tun.

Ja, das ist ein toller Design-Vorteil. Man kann sie bedruckt als Gemälde für das Wohnzimmer, als Kreidetafel für die Küche oder als beheizten (und dadurch beschlagfreien) Spiegel für das Badezimmer kaufen.

Vorsicht Brandgefahr! Jedes Paneel hat oft 600 bis 1.000 Watt. Wenn Sie mehrere Geräte an eine normale Haushaltssteckdose hängen, überlasten Sie die Leitung sofort. Sollen ganze Etagen beheizt werden, muss der Elektriker separate Stromkreise legen.

Ein billiger Heizlüfter pustet einen heißen, trockenen Luftstrom in den Raum (Konvektion), verbraucht sehr viel Strom und ist laut. Die Infrarotheizung ist völlig geräuschlos, trocknet die Luft nicht aus und wärmt über Strahlung.

Ja, in winzigen, perfekt isolierten Räumen (wie Tiny Houses) ist Infrarot oft die beste Wahl. Der Heizbedarf ist dort so gering, dass die etwas höheren Stromkosten kaum ins Gewicht fallen, während man sich die extrem teuren Anschaffungskosten einer wassergeführten Heizung spart.

Weder noch. Als alleinige Hauptheizung für ein ungedämmtes Einfamilienhaus ist Infrarot eine absolute Kostenfalle bei der Stromrechnung. Als gezielte Komfort-Lösung im Bad, im Tiny-House oder für Anbauten ohne Heizungsrohre ist die Technik hingegen ein fantastischer und günstiger Problemlöser.

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