Ja, das geht technisch oft, birgt aber Risiken. Der Altbelag muss zu 100 % fest sein. Zudem geht wertvolle Raumhöhe verloren, Türen müssen meist gekürzt werden und die normgerechte Abdichtung im Duschbereich ist im Nachhinein oft schwer bis gar nicht sauber umsetzbar. Wir raten bei einer Kernsanierung zum Komplettabbruch.
Weil es ein massiver Eingriff in den Rohbau ist. Der alte Estrich muss aufgestemmt, ein exaktes Gefälle neu aufgebaut, eine hochwertige Duschrinne gesetzt und das Ganze extrem aufwendig nach DIN 18534 abgedichtet werden. Das kostet viel Arbeitszeit und erfordert teures Spezialmaterial.
Sie sparen zwar den reinen Abbruchlohn und die Entsorgungskosten. In der Praxis wird der Untergrund beim „Heimwerker-Abbruch“ mit schwerem Gerät jedoch oft so stark beschädigt, dass der Fliesenleger danach doppelt so lange spachteln und verputzen muss. Echte Ersparnis sieht am Ende oft anders aus.
Absolut zwingend! Früher reichte ein Dichtanstrich. Heute ist die Abdichtung nach DIN 18534 hochkomplex: Dichtbänder an allen Ecken, Dichtmanschetten an Rohren und zähe Epoxidharz-Abdichtungen im Spritzwasserbereich sind Pflicht, um das Bauwerk vor schleichender Feuchtigkeit zu schützen.
Großformate verzeihen keine Fehler. Sie erfordern extrem ebene Wände, spezielles Werkzeug (Saugheber), teure Nivelliersysteme und oft einen zweiten Handwerker zum Tragen. Zudem muss der Fliesenkleber im „Buttering-Floating-Verfahren“ (auf Fliese und Boden) aufgetragen werden. Der Aufwand verdoppelt sich fast.
Nein! Silikonfugen sind reine Wartungsfugen. Sie dichten das Bauwerk nicht ab (das übernimmt die Schicht unter der Fliese), sondern verschließen die Fuge nur optisch und dehnungsausgleichend. Sie können reißen, schimmeln und müssen alle paar Jahre kontrolliert und erneuert werden.
Können Sie, aber Fachbetriebe raten oft davon ab. Baumarkt-Ware der unteren Preisklassen hat häufig schlechtere Maßtoleranzen („schüsselt“ leicht) oder Farbabweichungen in den Chargen. Zudem übernimmt der Handwerker für von Ihnen gestelltes Fremdmaterial in der Regel keine Gewährleistung.
Wenn es alt ist: Ja, und zwar VOR dem Fliesenleger. Ein nachträglicher Tausch des Fensters nach der Badsanierung zerstört unweigerlich die neuen Fliesen in der Fensterlaibung und verletzt die wichtige Abdichtungsebene im Spritzbereich.
Vergessen Sie Werbeversprechen wie „Ihr neues Bad in 3 Tagen“. Wenn Sie Abriss, Sanitärrohbau, Putz- und Estrichtrocknungszeiten, normgerechte Abdichtung und saubere Fliesenarbeiten rechnen, dauert eine seriöse Kernsanierung fast immer 3 bis 4 Wochen.
Fast immer. Fliesen ohne Fußbodenheizung fühlen sich sehr kalt an. Moderne Verfahren wie das Einfräsen in den bestehenden Estrich oder extrem dünnschichtige elektrische Heizmatten lassen sich heute bei fast jeder Sanierung ohne riesigen Höhenaufbau realisieren.
Sie sehen extrem edel aus und machen klapprige Duschkörbe überflüssig. Aber Achtung: Handwerklich sind sie ein massiver Preistreiber. Sie erfordern exakten Trockenbau, extrem pingelige Abdichtung in den Ecken und filigrane Profil- oder Gehrungsarbeiten beim Fliesen. Rechnen Sie mit spürbaren Aufpreisen pro Nische.
Wegen des Kalks. Auf anthrazitfarbenen oder mattschwarzen Fliesen sehen Sie in kalkhaltigen Regionen nach dem Trocknen jeden einzelnen Wassertropfen. Wer nicht nach jedem Duschen konsequent die Wände abzieht, hat schnell ein sehr unsauber wirkendes Bad.
Besonders im Duschbereich (Boden) ist Epoxidharz ein Segen. Es ist wasserundurchlässig, resistent gegen aggressive Reiniger und verfärbt sich nicht. Der Nachteil: Das Material ist extrem klebrig und muss vom Fliesenleger sehr schnell und aufwendig gewaschen werden, was die Lohnkosten erhöht.
Nein. Wenn der bestehende Estrich fest, rissfrei und belastbar ist, kann er nach einer Grundierung oft erhalten bleiben. Die große Ausnahme ist meist der Duschbereich, wenn dieser für den Ablauf einer Walk-In Dusche tiefergelegt werden muss.
Aus technischer Sicht ja, da offene Fliesenkanten sehr stoßempfindlich sind. Profile aus gebürstetem Edelstahl oder farbigem Alu schützen die Kante. Die teurere, sehr edle handwerkliche Alternative ist der „Gehrungsschnitt“, bei dem die Fliesen auf 45 Grad auf Kante geschnitten werden.
Ja, aber niemals direkt. Holz arbeitet, schwingt und biegt sich durch. Es ist zwingend ein absolut biegesteifer Unterbau (z. B. Trockenestrich-Elemente) und zusätzlich eine entkoppelnde Gewebematte nötig. Fehlt das, reißen Ihnen Fliesen und Fugen in Rekordzeit.
Völlig! Raumhoch geflieste Bäder wirken heute oft wie „Schlachthäuser“. Es ist absolut modern und empfehlenswert, nur den direkten Nassbereich der Dusche hoch zu fliesen. Der Rest (z. B. am WC) reicht halbhoch. Die restlichen Wände werden glatt gespachtelt und gestrichen – das spart zudem Geld.
Das ist ein klassisches Baurisiko. Werden feuchte Wände oder Schimmel hinter den alten Fliesen sichtbar, gibt es einen Baustopp. Die Ursache (ein altes Rohrleck oder fehlende Lüftung) muss zwingend gesucht, behoben und getrocknet werden. Das verschiebt den Zeitplan und das Budget.
Das ist einer der größten Irrglauben. Viele denken: „Kleines Bad, kleine Fliesen“. Falsch! Gerade in kleinen Räumen sorgen Großformate (z. B. 60×120 cm) für viel weniger störende Fugen. Die Wand wirkt wie eine geschlossene Fläche, was das Bad deutlich geräumiger und ruhiger wirken lässt.
Weil oft billige Lockangebote geschrieben werden, die wichtige Positionen auslassen. Prüfen Sie kritisch: Sind die teuren Vorarbeiten (Wände begradigen), die normgerechte Abdichtung in Quadratmetern, das Dichtband in laufenden Metern und die Silikonfugen wirklich im Festpreis inkludiert – oder lauert hier der Nachtrag?
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