Sanitär & Rohrleitungen

Wichtig vorab: Nicht alles, was glänzt, ist Gold. Bei Rohren und Abdichtungen in der Wand geht es um Sicherheit für Jahrzehnte. Wir verraten Ihnen aus der Praxis, wo oft extrem gepfuscht wird, bei welchen Armaturen Sie nicht sparen dürfen und welche Filter wirklich Sinn machen.

Ganz klar: Bei der Abdichtung von bodengleichen Duschen. Ob durch ambitionierte Heimwerker oder den „Ich-kann-alles“-Allrounder – hier erleben wir regelmäßig Katastrophen. Eine fachgerechte, lückenlose Abdichtungsebene unter den Fliesen ist absolut überlebenswichtig, sonst ist der Wasserschaden vorprogrammiert.

Theoretisch ja. Es gibt heute exzellente Produkte (Flüssigfolie, Dichtbänder, Manschetten) frei im Baumarkt zu kaufen. Das Material ist nicht das Problem, sondern die extrem penible Verarbeitung. Wer an Ecken oder Rohrdurchführungen nur „mal eben drüberstreicht“, riskiert schleichende Wasserschäden im Mauerwerk.

Nein! Das ist ein gefährlicher und teurer Irrglaube. Silikonnähte sind laut DIN-Norm reine „Wartungsfugen“. Sie dichten nicht dauerhaft bauphysikalisch ab, sondern reißen oder schimmeln mit der Zeit. Je nach Belastung müssen Silikonfugen alle zwei bis drei Jahre geprüft und erneuert werden. Die echte Abdichtung muss immer unter den Fliesen liegen.

Früher gab es Blei und verzinkten Stahl (heute ein No-Go). Heute dominieren Kupfer, Edelstahl und eine riesige Bandbreite an Kunststoff-Alu-Verbundrohren den Markt für die Trinkwasserinstallation.

Blei ist gesundheitsschädlich und muss bei Sanierungen zwingend raus. Verzinkter Stahl rostet im Laufe der Jahrzehnte von innen zu (Inkrustation) und das Wasser wird braun. Auch hier gilt: Raus damit, solange die Wände offen sind!

Metallrohre (Kupfer/Edelstahl) sind extrem langlebig und haben eine tolle Langzeitwirkung bei der Hygiene. Kunststoff-Verbundrohre sind günstiger, flexibler und schneller zu verlegen, bergen aber manchmal bei Dauerbelastung (heißes Wasser) Alterungsrisiken an den Dichtungen.

Es gibt unzählige Hersteller und Dimensionen, die fast alle nicht miteinander kompatibel sind. Wenn Sie einen Exoten verbauen und der Hersteller pleite geht, finden Sie in 15 Jahren im Fall eines Rohrbruchs kaum noch passende Press-Fittings oder Werkzeuge zur Reparatur.

Es gibt günstige Standardrohre (oft graues HT-Rohr) und dickwandige Schallschutzrohre (oft blau oder weiß). Wer im Wohnzimmer nicht hören will, wie oben jemand die Toilette spült, sollte bei Fallrohren in den Wänden immer zum teureren Schallschutzrohr greifen.

Im klassischen Einfamilienhaus ist das baurechtlich oft Ihr Privatvergnügen. In Mehrfamilienhäusern hingegen sind spezielle Brandschutzmanschetten an Deckendurchbrüchen zwingende gesetzliche Pflicht, damit sich ein Feuer nicht über das Rohrwerk ausbreitet.

Hier gilt: Nie am falschen Ende sparen! Alles, was fest in die Wand eingeputzt oder verfliest wird, muss Top-Markenware sein. Nur so können Sie sicher sein, dass Sie in 10 oder 20 Jahren noch eine Ersatzkartusche nachkaufen können, ohne die Wand aufzustemmen.

Unterputz (nur der Hebel schaut aus der Wand) sieht extrem edel aus und ist leicht zu reinigen. Aufputz (die ganze Armatur hängt vor der Wand) ist aber viel günstiger in der Anschaffung und lässt sich bei einem Defekt in 10 Minuten problemlos selbst austauschen.

Das ist ein großer Trend (Do-it-yourself). Viele Bauherren lassen die komplexen Rohre und Vorwandelemente in der Wand vom Fachmann installieren, kaufen das reine Porzellan (WC, Waschbecken) dann aber selbst günstig im Netz und schrauben es am Ende selbst an.

Von 50 Euro bis 5.000 Euro ist alles dabei. Das Wasser läuft in jedem Waschbecken bergab. Sie zahlen bei den extrem teuren Objekten oft primär für das Designer-Label, spezielle Beschichtungen (Lotuseffekt) oder besonders filigrane Kanten. Funktionell reicht oft der Standard.

Er filtert Sand und Rostpartikel aus dem öffentlichen Netz, bevor sie Ihre Rohre verstopfen. Er ist baurechtlich eigentlich Pflicht. Das Problem: Fast niemand reinigt ihn. Ein Filter, der nie gespült wird, verkeimt oder verkalkt komplett.

Bei einem Rückspülfilter müssen Sie am besten alle 2 bis 3 Monate (spätestens 1x im Jahr!) unten am Rädchen drehen, um ihn durchzuspülen. Wenn er komplett festsitzt, hilft oft nur noch rohe Gewalt oder ein kompletter Austausch durch den Handwerker.

Bei sehr kalkhaltigem (hartem) Wasser: Ja! Sie tauschen chemisch die Kalk-Ionen aus. Das schützt Rohre und Armaturen massiv vor Verkalkung. Das Wasser wird weich (gut für Haut und Haare). Nachteil: Sie müssen regelmäßig Salz nachfüllen und das Gerät warten lassen.

Diese Geräte arbeiten oft physikalisch. Sie entziehen dem Wasser den Kalk nicht, sondern verändern nur seine Struktur, damit er sich nicht mehr als harter Stein in den Rohren absetzt. Gut für die Installation – aber weiße Kalkflecken beim Putzen auf den Fliesen haben Sie trotzdem noch.

Sie überwachen den Wasserfluss. Wenn z.B. nachts ununterbrochen Wasser läuft, drehen sie den Haupthahn motorisch ab. Ob man das Ganze per App steuern muss, ist Spielerei. Aber der Basis-Schutz vor einem überschwemmten Haus ist bei Neubauten oder Sanierungen Gold wert.

Ein ganz klares Ja! Wenn Sie zwei Wochen weg sind und am ersten Tag platzt ein Flexschlauch unterm Waschbecken, ist Ihr Haus bei der Rückkehr ein Totalschaden. Haupthahn zudrehen dauert 5 Sekunden und ist der beste und günstigste Versicherungsschutz.

Bei Kupferrohren ist das unproblematisch. Bei Kunststoff-Verbundrohren ist es jedoch streng verboten! Rohre und Pressfittings müssen zwingend aus einem abgestimmten System desselben Herstellers stammen, ansonsten erlischt sofort jegliche Gewährleistung bei einem Wasserschaden.

Das geht sehr einfach, wenn Sie bei der Rohbausanierung schon mitdenken: Lassen Sie den Installateur direkt nach der Wasseruhr ein sogenanntes Anschluss-Modul (oder einen Bypass) einbauen. Daran kann man später jederzeit ohne Rohrbruch eine Anlage anflanschen.

Warmwasserrohre müssen zwingend dick gedämmt werden (nach GEG-Vorgaben), um keine Energie zu verlieren. Kaltwasserrohre müssen aber ebenfalls gedämmt werden – nicht gegen Wärmeverlust, sondern um zu verhindern, dass sich im warmen Keller Kondenswasser (Schwitzwasser) am Rohr bildet.

Nein. Sobald Sie an einer Trinkwasseranlage wesentlich eingreifen, entfällt der Bestandsschutz für gesundheitsgefährdende Materialien wie Blei. Der Installateur muss (und wird) sich weigern, neue Armaturen an solche gefährlichen Altlasten anzuschließen.

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